Wie ich einen Translator mit Symfony gebaut habe (2/3)
Teil 2: Mehrstufige Übersetzung statt Einmal-Magie
Warum ein Durchlauf nicht reicht
Gerade bei Sprachen wie Japanisch ist ein einzelner Übersetzungsschritt unbrauchbar. Grammatik, Satzstruktur und Stil weichen zu stark vom Deutschen ab.
Ich arbeite deshalb bewusst mit mehreren Durchläufen:
- Rohübersetzung
- strukturelle Glättung
- stilistische Anpassung
- terminologische Konsistenz
- sprachliche Feinjustierung
- Review-Durchgang
Jeder Schritt hat eine klar definierte Aufgabe. (In Produktion gibt es insgesamt aktuell 14 Schritte.)
Chunking als Voraussetzung
Große Texte werden in Chunks zerlegt:
- kontrollierte Länge
- stabile Reihenfolge
- Kapitelkontext bleibt erhalten
Chunks sind die kleinste Input-Einheit für KI-Aufrufe. Das ist nicht nur technisch notwendig, sondern erhöht auch die Qualität – besonders bei komplexen Satzkonstruktionen.
Drafts statt Überschreiben
Jeder Schritt erzeugt ein eigenes Draft-Feld. Nichts wird überschrieben.
Das ist für mich als Verleger entscheidend:
- ich kann jede Stufe nachvollziehen
- ich kann vergleichen
- ich kann gezielt eingreifen
Gerade bei exotischeren Sprachen ist diese Transparenz unverzichtbar.
Prompt-Logik bewusst ausgelagert
Alle Prompts werden über einen eigenen Service erzeugt.
Warum?
- Versionierung
- reproduzierbare Ergebnisse
- saubere Trennung von Logik und Text
- gezielte Anpassung je Sprache
Japanisch benötigt andere Instruktionen als Englisch oder Französisch. Das ist fest einkalkuliert.
Fehler sind Teil des Systems
Ein leerer KI-Output ist kein Sonderfall, sondern ein valider Zustand.
Deshalb:
- sofortiger Abbruch
- klarer Fehlerstatus
- keine stillen Fallbacks
Ich bevorzuge einen abgebrochenen Job gegenüber einer schlechten Übersetzung.
Fazit Teil 2
Die Pipeline ist bewusst mehrstufig, langsam und kontrolliert.
Das Ziel ist nicht Geschwindigkeit, sondern Qualität – und die Fähigkeit, auch sprachlich schwierige Texte sauber ins Deutsche zu übertragen.
In Teil 3 geht es dann um die Praxis: Betrieb, Stabilität und Verlagstauglichkeit
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