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Ein Papierkorb für Samba

Der Papierkorb für Windows ist eine unleugbar nützliche Sache. Leider arbeitet er nicht mit Netzlaufwerken zusammen, die man zum Beispiel per Samba eingebunden hat.

Aber man kann für Samba selbst einen Papierkorb installieren und versehentlich gelöschte Dateien daraus retten.

Zunächst bearbeiten wir die Konfigurationsdatei von Samba.

sudo nano /etc/samba/smb.conf

Ans Ende des betreffenden Absatzes, der mit [NAME] startet, fügen wir etwas hinzu.

vfs object = recycle
recycle:repository = .recyclebin
recycle:keeptree = Yes
recycle:touch = Yes
recycle:versions = Yes
recycle:maxsixe = 0
recycle:exclude = *.tmp,*.temp,*.TMP,*.TEMP,*.log
recycle:excludedir = /recycle,/tmp,/temp,/TMP,/TEMP

Insgesamt sieht es (ungefähr) so aus:

[www]
path = /var/www/
public = yes
writable = yes
comment = smb share
printable = no
guest ok = yes
create mode = 0644
directory mode = 0755
force group = www-data
force user = www-data

vfs object = recycle
recycle:repository = .recyclebin
recycle:keeptree = Yes
recycle:touch = Yes
recycle:versions = Yes
recycle:maxsixe = 0
recycle:exclude = *.tmp,*.temp,*.TMP,*.TEMP,*.log
recycle:excludedir = /recycle,/tmp,/temp,/TMP,/TEMP

Die Einträge dürften sich größenteils von selbst erklären. Aber hier noch einmal eine kleine Erläuterung.

recycle:repository = .recyclebin

Das ist der Ordner, der uns als Papierkorb nutzen wird. Er wird beim ersten Löschvorgang mit den richtigen Rechten angelegt. Bei diesem Beispiel: /var/www/.recyclebin

recycle:keeptree = Yes

Die Ordnerstruktur wird in den Papierkorb übernommen. Kann nicht schaden, weil es die Suche einfacher gestaltet.

recycle:touch = Yes

Setzt den letzten Zugriffszeitpunkt auf das Löschdatum. Das ist wichtig, da beim automatischen Leeren eines zu vollen Papierkorbes zu alte, versehentlich gelöschte Dateien sofort entsorgt werden. Wer den Papierkorb nicht automatisch leert, der kann die Option auch weglassen.

recycle:versions = Yes

Für eine Versionierung namensgleicher Dateien.

recycle:maxsixe = 0

Ab welcher Dateigröße soll der Papierkorb nicht gelten und stattdessen sofort gelöscht werden. 0 steht für keine Beschränkung.

recycle:exclude = *.tmp,*.temp,*.TMP,*.TEMP,*.log

Welche Dateien sollen vom Papierkorb ausgeschlossen werden und stattdessen sofort gelöscht werden? Ich empfehle neben den üblichen Verdächtigen wie „tmp“ und „log“ auch Binärdateien, die immer Resultat von anderen Dateien sind, und somit aus der Quelle selbst rekonstruiert werden können. JPEG-Dateien kann man z.B. aus den Photoshop-Dateien wieder herstellen.

recycle:excludedir = /recycle,/tmp,/temp,/TMP,/TEMP

Welche Ordner sollen vom Papierkorb ausgeschlossen werden? Hier gelten anlog meine Anmerkungen zu oben. Mehr Einstellungsmöglichkeiten werden hier: https://www.samba.org/… erläutert.

Zum Schluss starten wir den Samba-Server neu

sudo /etc/init.d/samba restart

Von nun an sollten alle Dateien und Ordner im geteilten Verzeichnis vor versehentlichen Löschen geschützt sind. Sie finden Sie nun, samt Verzeichnisstruktur, unter /var/www/.recyclebin

Test

Bitte unbedingt testen, denn exotische Rechtevergabe kann auch dazu führen, dass der Papierkorb schlicht nicht funktioniert.

VORSICHT: Damit keine Missverständnisse aufkommen, es werden natürlich nur die Dateien in den Papierkorb befördert, die über Samba gelöscht werden, also bspw. von einem unvorsichtigen Windows-Nutzer. Dateien, die direkt über die Shell oder über Skripte gelöscht werden, bleiben davon unberührt und landen weiterhin im Unix-Nirvana.

Automatisches Leeren des Papierkorbes

Das erledigt natürlich cron für uns.

sudo crontab -e

Ans Ende setzen wir folgenden Eintrag für root:

01 00 * * * find /var/www/.recyclebin  -mindepth 1 -atime +7 -print -exec rm -rf {} \;

Dann werden täglich um 00:01 alle Dateien und Ordner im Papierkorb gelöscht, die älter als sieben Tag sind. Das “ -mindepth 1″ verhindert, dass der Papierkorb selbst gelöscht wird, wenn er älter als sieben Tage ist.

Danke

Mein Dank geht an http://blog.is-a-geek.org/… für die Anregungen.

Minibian – Raspberry PI – Installieren

Ziel: ein minimales Linux für einen kompletten (Web)server auf Basis eines Raspberry Pi

Quelle: https://minibianpi.wordpress.com/features/

Software: Win32DiskImagerPuTTY

Hardware: Raspberry Pi 2B (oder 3), SD Mikro Karte 32 GB (oder größer)

Netzwerk: (W)LAN-Router mit LAN-Anschluss

Image auf SD-Karte installieren

  • Download https://sourceforge.net/projects/minibian/
  • Das Image (Endung: img) entzippen und mit Win32DiskImager auf SD-Karte schreiben. Vorsicht, nicht aus Versehen einen falschen Laufwerksbuchstaben wählen.
  • SD-Karte auswerfen, in Raspberry Pi packen
  • Pi per LAN mit Router verbinden
  • Pi mit Strom versorgen und einige Minuten warten, bis der Name im Netzwerk bekannt ist

Mit Maschine verbinden

  • PuTTY starten und mit „minibian“ verbinden.
    • Login: root
    • Passwort: raspberry
passwd # Passwort ändern

Festplatte voll ausreizen

fdisk /dev/mmcblk0 # dann folgende Kommandos
  • p – Partitionen zeigen (i. d. R. zwei) – Startwert der zweiten, der Hauptpartition notieren (hier 125056)
  • d – zweite Partition löschen
  • n – neue Partition anlegen, Partition type: Primary, Partition number: 2, Startwert: 125056 (der notierte, NICHT der default Wert), Endwert: Default für volle Größe
  • p – überprüfen der Eingaben
  • w – schreiben der Partitionen (Fehlermeldung ignorieren)
reboot
resize2fs /dev/mmcblk0p2
df -h # sollte jetzt (nahezu) die volle Größe unter /dev/root/ belegt haben

Vorbereitungen

apt-get install sudo
adduser BENUTZER # besser nicht mit root arbeiten
usermod -aG sudo BENUTZER # packen wir ihn zur sudo-Gruppe
su - BENUTZER # das Minus-Zeichen, damit auch wirklich ein kompletter Wechsel stattfindet
sudo apt-get install nano # bloß kein vi

Bash-Tuning

sudo nano ~/.bashrc # folgendes ans Ende eintragen:

alias +=’pushd .‘
alias ..=’cd ..‘
alias …=’cd ../..‘
alias beep=’echo -en „\007″‚
alias dir=’ls -l‘
alias gzcat=’gunzip -c‘
alias l=’ls -alF‘
alias la=’ls -la‘
alias ll=’ls -la‘
alias ls=’/bin/ls $LS_OPTIONS‘
alias ls-l=’ls -l‘
alias md=’mkdir -p‘
alias o=’less‘
alias rd=’rmdir‘
alias rehash=’hash -r‘
alias rm=’rm -i‘
alias unzip=’tar xfvz‘
alias which=’type -p‘
alias zip=’tar cfvz‘

logout # wieder ausloggen und einloggen, damit das Bash-Tuning anschlägt
su - BENUTZER

Betriebssystem und Komponenten auf den neuesten Stand bringen

sudo apt-get -y update
sudo apt-get -y dist-upgrade # kann dauern
sudo apt-get -y autoremove
sudo apt-get -y autoclean
sudo apt-get install cpufrequtils
cpufreq-info # zeigt Informationen zur CPU an

Firmware updaten

sudo apt-get install rpi-update # nur für Raspberry
sudo rpi-update # nur für Raspberry, neue Firmware
sudo reboot #  neustart, kann etwas länger dauern, bis Rechner wieder gefunden wird

Benchmarks

Diese Befehle benötigt man natürlich nur, wenn man die aktuelle Rechenleistung mit anderen Systemen vergleichen möchte.

sudo apt-get install sysbench
sysbench --test=cpu --num-threads=4 run # CPU Test
sysbench --test=memory --memory-block-size=500MB --memory-total-size=10GB run # Speichertest
sysbench --test=fileio --file-total-size=20G prepare # Lese/Schreibtest benötigt ein File
sysbench --test=fileio --file-total-size=4G prepare #  viermal soviel wie RAM, kann dauern
sysbench --test=fileio --file-total-size=4G --file-test-mode=rndrw --init-rng=on --max-time=300 --max-requests=0 run # Kb/sec-Wert wichtig
sysbench --test=fileio --file-total-size=4G cleanup # und wieder entfernen

Sicherheitsupdates automatisieren

sudo apt-get -y update && sudo apt-get -y install cron-apt # kann dauern
sudo nano /etc/cron-apt/action.d/5-secupdates # neue Datei mit Inhalt:

upgrade -y -o APT::Get::Show-Upgraded=true

dann

sudo mkdir /etc/apt/sources.d
sudo nano /etc/apt/sources.d/security.sources.list # neue Datei mit Inhalt:

deb https://security.debian.org/ wheezy/updates main contrib non-free
deb-src https://security.debian.org/ wheezy/updates main contrib non-free

und

sudo nano /etc/cron-apt/config.d/5-secupdates # neue datei mit Inhalt:

OPTIONS=“-o quiet=1 -o Dir::Etc::SourceList=/etc/apt/sources.d/security.sources.list -o Dir::Etc::SourceParts=\“/dev/null\““

abschließend

sudo nano /etc/cron.d/cron-apt # zeiten anpassen, wenn gewünscht
sudo cron-apt -s # test, kann dauern
sudo cat /var/log/cron-apt/log # prüfen

LAMP

sudo groupadd www-data # eventuell schon vorhanden
sudo usermod -a -G www-data www-data
sudo apt-get install apache2 -y
sudo apt-get install php5 -y
sudo apt-get install mysql-server -y # passwörter für MySQL müssen erstellt werden
sudo a2enmod rewrite # mod_rewrite fuer URL-Manipulation
sudo service apache2 restart
sudo apt-get install php5-mysql phpmyadmin -y # dauert, verlangt MySQL-Passwort (s.o.), für apache2 und lighttpd einrichten

Webmin

sudo apt-get update
cd ~
wget http://prdownloads.sourceforge.net/webadmin/webmin_1.831_all.deb
sudo apt-get -y install perl libnet-ssleay-perl openssl libauthen-pam-perl libpam-runtime libio-pty-perl apt-show-versions python
sudo dpkg --install webmin_1.831_all.deb # dauert lang
rm webmin*l.deb -f
sudo reboot

Test im Browser:

http://minibian/

http://minibian/phpmyadmin (Benutzer: root, Passwort: siehe oben)

https://minibian:10000/

Eine simple API für WordPress, Teil 4

Wir wissen jetzt, wie wir mit Hilfe unserer kleinen API einen Artikel anlegen und wie wir ihn mit einem Bild versorgen. Nun fügen wir einige Metadaten hinzu. Dazu benötigen wird die Funktion „add_post_meta„. Diese verlangt folgende Parameter:

  • post_id – Die eindeutige Artikel-ID aus Teil 2
  • meta_key – Der Name des Metadaten-Feldes
  • meta_value – Der Wert des Metadaten-Feldes

Wir packen also wieder einen Befehlsaufruf für unseren Server zusammen:

$postdata_array=array(
	'function' => 'add_post_meta', 
	'post_id' => $parent_post_id,
	'meta_key' => 'Geschmack',
	'meta_value' => 'sauer'
	);

Und natürlich müssen wir auch unseren Server wieder ein wenig ergänzen.

if ($postdata_array['function']=='add_post_meta') {
	print add_post_meta($postdata_array['post_id'], $postdata_array['meta_key'], $postdata_array['meta_value']);
}

Diese 3 Zeilen erweitern unseren Server um die Fähigkeit, mit Hilfe der Funktion „add_post_meta“ Artikel mit beliebigen Metadaten zu versorgen.

Und so sieht dann das neue benutzerdefinierte Feld aus.

Zusammenfassung

Server

<?php
define('WP_USE_THEMES', false);
header('Content-Type: text/html; charset=utf-8');
if (count($_GET)>0) $postdata_array=unserialize(array_shift($_GET));
if (count($_POST)>0) $postdata_array=unserialize(array_shift($_POST));
require('../wp-load.php');

if ($postdata_array['function']=='wp_insert_post') {
	print wp_insert_post($postdata_array['wp_post_array']);
}

if ($postdata_array['function']=='wp_insert_attachment') {
	$filetype = wp_check_filetype( basename( $postdata_array['file'] ), null );
	$wp_upload_dir = wp_upload_dir();
	$attachment = array(
		'guid'           => $wp_upload_dir['url'] . '/' . basename( $postdata_array['file']), 
		'post_mime_type' => $filetype['type'],
		'post_title'     => preg_replace( '/\.[^.]+$/', '', basename( $postdata_array['file'] ) ),
		'post_content'   => '',
		'post_status'    => 'inherit'
	);
	$attach_id = wp_insert_attachment( $attachment, $postdata_array['file'], $postdata_array['parent_post_id'] );
	require_once( ABSPATH . 'wp-admin/includes/image.php' );
	$attach_data = wp_generate_attachment_metadata( $attach_id, $postdata_array['file'] );
	wp_update_attachment_metadata( $attach_id, $attach_data );
	set_post_thumbnail( $postdata_array['parent_post_id'], $attach_id );	
}

if ($postdata_array['function']=='add_post_meta') {
	print add_post_meta($postdata_array['post_id'], $postdata_array['meta_key'], $postdata_array['meta_value']);
}

exit();
?>

Client

<?php
function call_server($postdata_array) {
	$username='mueller';
	$password='geheim';
	$serverurl='http://domain.tld/maschine/';

	$postdata = http_build_query(
		array(
			'postdata_string' => serialize($postdata_array)
		)
	);

	$auth = base64_encode($username.':'.$password);
	$header = array("Authorization: Basic $auth",
		'Content-type: application/x-www-form-urlencoded'
		);

	$opts = array('http' =>
		array(
			'method'  => 'POST',
			'header'  => $header,
			'content' => $postdata,
			'timeout' => 5000,  //5 Sekunden
		)
	);

	$context = stream_context_create($opts);
	return file_get_contents($serverurl, false, $context);
}


$postdata_array=array(
	'function' => 'wp_insert_post', 
	'wp_post_array' => array(
		'post_content' => '<p>Das ist ein <b>Test äöüß</b><br>Und noch eine Zeile</p>',
		'post_title' => 'Meine erste Überschrift',
		'post_status' => 'publish',
		'post_category' => null
		)
	);
$parent_post_id = call_server($postdata_array);

# FTP Upload des Bildes
$ftp_server='domain.tld';
$ftp_user='john';
$ftp_password='secret007';
$remote_folder='/var/www/domain.tld/wp-content/uploads/maschine/';
$local_folder='/var/upload/bilder/';
$file_name='bild.jpg';

$conn_id = ftp_connect($ftp_server);
ftp_login($conn_id, $ftp_user, $ftp_password);
ftp_put($conn_id, $remote_folder.$file_name, $local_folder.$file_name, FTP_BINARY);
ftp_close($conn_id);

$postdata_array=array(
	'function' => 'wp_insert_attachment', 
	'file' => $remote_folder.$file_name,
	'parent_post_id' => $parent_post_id
	);

print call_server($postdata_array);

# Metadaten hinzufügen
$postdata_array=array(
	'function' => 'add_post_meta', 
	'post_id' => $parent_post_id,
	'meta_key' => 'Geschmack',
	'meta_value' => 'sauer'
	);
	
call_server($postdata_array);

exit();
?>

 

Eine simple API für WordPress, Teil 3

Kommen wir nun zum wichtigen Thema: Wie füge ich dem Artikel ein Bild bei?

Auch das wird in vielen Beiträgen im Internet gerne angerissen, aber mal ein paar schnelle, praktikable Lösungen werden selten präsentiert. Dabei ist es nicht so schwer, wenn man weiß, was zu tun ist.

Der Ablauf

Im Grunde müssen folgende Schritte abgearbeitet werden:

  1. Wir erzeugen einen Artikel und merken uns die ID (siehe Teil 2)
  2. Wir laden ein Bild per FTP auf den WordPress-Server
  3. Wir verbinden Artikel und Bild mit Hilfe der Funktionen: wp_generate_attachment_metadatawp_insert_attachment und set_post_thumbnail

Damit das funktioniert, müssen wir unseren Server gleich zweimal bemühen: Beim Erzeugen des Artikels und beim Verbinden des Bildes mit ersterem.

Der Upload per FTP

Keine Angst, das ist per PHP einfacher, als man denkt.

Zunächst benötigen wir auf dem WordPress-Blog einen Zielordner. Den kann man per Konsole oder FTP anlegen:

md /var/www/domain.tld/wp-content/uploads/maschine/

Auf diesen Server werden die Bilder (oder was immer man später mit den Artikeln verknüpfen möchte: ZIP-File, E-Book, PDF etc.) zwischengespeichert. Man sollte darauf achten, dass die Dateinamen dabei immer einzigartig sind, denn sonst werden sie gnadenlos überschrieben. Erreichen kann man das z.B. durch eine Ergänzung mit einer Time-id und einer laufenden Nummer.

Wir erweitern den Client um einige Zeilen:

$ftp_server='domain.tld';
$ftp_user='john';
$ftp_password='secret007';
$remote_folder='/var/www/domain.tld/wp-content/uploads/maschine/';
$local_folder='/var/upload/bilder/';
$file_name='bild.jpg';

$conn_id = ftp_connect($ftp_server);
ftp_login($conn_id, $ftp_user, $ftp_password);
ftp_put($conn_id, $remote_folder.$file_name, $local_folder.$file_name, FTP_BINARY);
ftp_close($conn_id);

Damit wird die Datei „bild.jpg“ vom lokalen Verzeichnis „/var/upload/bilder/“ auf das entfernte Verzeichnis „/var/www/domain.tld/wp-content/uploads/maschine/“ des Servers „domain.tld“ kopiert. Wenn Sie nicht wissen, wie das entfernte Verzeichnis lautet, fragen Sie ihren Provider.

Bevor wir nun an den Client gehen, packen wir dessen Kernaufgabe in eine Funktion, damit wir sie mehrfach benützen können.

function call_server($postdata_array) {
	$username='mueller';
	$password='geheim';
	$serverurl='http://domain.tld/maschine/';

	$postdata = http_build_query(
		array(
			'postdata_string' => serialize($postdata_array)
		)
	);

	$auth = base64_encode($username.':'.$password);
	$header = array("Authorization: Basic $auth",
		'Content-type: application/x-www-form-urlencoded'
		);

	$opts = array('http' =>
		array(
			'method'  => 'POST',
			'header'  => $header,
			'content' => $postdata,
			'timeout' => 5000,  //5 Sekunden
		)
	);

	$context = stream_context_create($opts);
	return file_get_contents($serverurl, false, $context);
}

Diese Funktion sendet ein Array an unseren Server und gibt dessen Antwort wieder zurück.

Die Aufgaben des Servers werden jetzt erweitert. Er kann nicht nur Artikel anlegen, sondern auch Bilder verarbeiten. Das geschieht durch folgende Zeilen:

$filetype = wp_check_filetype( basename( $postdata_array['file'] ), null );
$wp_upload_dir = wp_upload_dir();
$attachment = array(
	'guid'           => $wp_upload_dir['url'] . '/' . basename( $postdata_array['file']), 
	'post_mime_type' => $filetype['type'],
	'post_title'     => preg_replace( '/\.[^.]+$/', '', basename( $postdata_array['file'] ) ),
	'post_content'   => '',
	'post_status'    => 'inherit'
);
$attach_id = wp_insert_attachment( $attachment, $postdata_array['file'], $postdata_array['parent_post_id'] );
require_once( ABSPATH . 'wp-admin/includes/image.php' );
$attach_data = wp_generate_attachment_metadata( $attach_id, $postdata_array['file'] );
wp_update_attachment_metadata( $attach_id, $attach_data );
set_post_thumbnail( $postdata_array['parent_post_id'], $attach_id );

Zeile 1 ermittelt den Mime-Type der Datei (hier: „image/jpeg“), das Array mit den Meta-Daten (Titel, eindeutiger Bezeichner etc.) wird automatisch gefüllt. Natürlich können Sie den Titel des Bildes auch aus den eigenen Daten erzeugen.

Zeile 10 fügt dann das eben hochgeladene Bild der Mediendatenbank des Blogs hinzu. Von nun an finden Sie das Bild dort, aber es ist noch nicht mit einem Artikel verbunden. Das erledigen wir gleich.

Zeile 12 versorgt das Bild in der Mediendatenbank mit den soeben festgelegten Metadaten und legt die einzelnen Vorschaubilder in den verschiedenen Größen an, die in den Medien-Einstellungen von WordPress festgelegt sind.

Zeile 14 macht die Magie: Das Bild wird mit dem Artikel verbunden.

Zusammengefasst

Der Server

<?php
define('WP_USE_THEMES', false);
header('Content-Type: text/html; charset=utf-8');
if (count($_GET)>0) $postdata_array=unserialize(array_shift($_GET));
if (count($_POST)>0) $postdata_array=unserialize(array_shift($_POST));
require('../wp-load.php');

if ($postdata_array['function']=='wp_insert_post') {
	print wp_insert_post($postdata_array['wp_post_array']);
}

if ($postdata_array['function']=='wp_insert_attachment') {
	$filetype = wp_check_filetype( basename( $postdata_array['file'] ), null );
	$wp_upload_dir = wp_upload_dir();
	$attachment = array(
		'guid'           => $wp_upload_dir['url'] . '/' . basename( $postdata_array['file']), 
		'post_mime_type' => $filetype['type'],
		'post_title'     => preg_replace( '/\.[^.]+$/', '', basename( $postdata_array['file'] ) ),
		'post_content'   => '',
		'post_status'    => 'inherit'
	);
	$attach_id = wp_insert_attachment( $attachment, $postdata_array['file'], $postdata_array['parent_post_id'] );
	require_once( ABSPATH . 'wp-admin/includes/image.php' );
	$attach_data = wp_generate_attachment_metadata( $attach_id, $postdata_array['file'] );
	wp_update_attachment_metadata( $attach_id, $attach_data );
	set_post_thumbnail( $postdata_array['parent_post_id'], $attach_id );	
}


exit();
?>

Der Client

<?php
function call_server($postdata_array) {
	$username='mueller';
	$password='geheim';
	$serverurl='http://domain.tld/maschine/';

	$postdata = http_build_query(
		array(
			'postdata_string' => serialize($postdata_array)
		)
	);

	$auth = base64_encode($username.':'.$password);
	$header = array("Authorization: Basic $auth",
		'Content-type: application/x-www-form-urlencoded'
		);

	$opts = array('http' =>
		array(
			'method'  => 'POST',
			'header'  => $header,
			'content' => $postdata,
			'timeout' => 5000,  //5 Sekunden
		)
	);

	$context = stream_context_create($opts);
	return file_get_contents($serverurl, false, $context);
}


$postdata_array=array(
	'function' => 'wp_insert_post', 
	'wp_post_array' => array(
		'post_content' => '<p>Das ist ein <b>Test äöüß</b><br>Und noch eine Zeile</p>',
		'post_title' => 'Meine erste Überschrift',
		'post_status' => 'publish',
		'post_category' => null
		)
	);
$parent_post_id = call_server($postdata_array);

# FTP Upload des Bildes
$ftp_server='domain.tld';
$ftp_user='john';
$ftp_password='secret007';
$remote_folder='/var/www/domain.tld/wp-content/uploads/maschine/';
$local_folder='/var/upload/bilder/';
$file_name='bild.jpg';

$conn_id = ftp_connect($ftp_server);
ftp_login($conn_id, $ftp_user, $ftp_password);
ftp_put($conn_id, $remote_folder.$file_name, $local_folder.$file_name, FTP_BINARY);
ftp_close($conn_id);

$postdata_array=array(
	'function' => 'wp_insert_attachment', 
	'file' => $remote_folder.$file_name,
	'parent_post_id' => $parent_post_id
	);

print call_server($postdata_array);

exit();
?>

Das war ja nicht so schwer, wenn man weiß, wie es geht – aber das gilt wohl für alles im Leben. Im nächsten Schritt lernen wir, unseren Artikel nachträglich mit Daten anzureichern.

Eine simple API für WordPress, Teil 2

Wir kommen nun dazu, mit Hilfe unserer kleinen API einen WordPress-Artikel anzulegen.

Dazu müssen wir uns kurz mit den internen Funktionen beschäftigen, die WordPress für dieses Unterfangen zur Verfügung stellt.

Es ist zunächst die Funktion „wp_insert_post„.

wp_insert_post( array $postarr, bool $wp_error = false )

Mit ihrer Hilfe kann man Artikel (oder auch Seiten) anlegen und bearbeiten.

Es gibt viele Parameter. Wir betrachten zunächst die wichtigsten:

  • post_content – der Inhalt des Artikels
  • post_title – die Überschrift des Artikels
  • post_status – der Status des Artikels und

Stellen wir uns ein simples Array zusammen:

$postarr => array(
	'post_content' => '<p>Das ist ein <b>Test äöüß</b><br>Und noch eine Zeile</p>',
	'post_title' => 'Meine erste Überschrift',
	'post_status' => 'publish'
	)

Die Werte sollten sich von selbst erklären. Ich empfehle, wenn immer möglich beim Testen Umlaute zu nutzen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.

Ich setze „post_status“ auf „publish„, da ich die Artikel sofort veröffentliche. Wer aber noch händisch nachkontrollieren oder erstmal sichergehen möchte, der setzt „post_status“ auf „draft„.

Der neue Client

Der Client muss entsprechend angepasst werden.

<?php
$username='mueller';
$password='geheim';
$serverurl='http://domain.tld/maschine/';
$postdata_array=array(
	'function' => 'wp_insert_post', 
	'wp_post_array' => array(
		'post_content' => '<p>Das ist ein <b>Test äöüß</b><br>Und noch eine Zeile</p>',
		'post_title' => 'Meine erste Überschrift',
		'post_status' => 'publish'
		)
	);

$postdata = http_build_query(
	array(
		'postdata_string' => serialize($postdata_array)
	)
);

$auth = base64_encode($username.':'.$password);
$header = array("Authorization: Basic $auth",
	'Content-type: application/x-www-form-urlencoded'
	);

$opts = array('http' =>
	array(
		'method'  => 'POST',
		'header'  => $header,
		'content' => $postdata,
		'timeout' => 5000,  //5 Sekunden
	)
);

$context  = stream_context_create($opts);
$result = file_get_contents($serverurl, false, $context);

header('Content-Type: text/html; charset=utf-8');
print $result;
exit();
?>

Der Aufbau hat sich nicht sehr gegenüber Teil 1 verändert.

Der neue Server

Beim Server hat sich ein wenig mehr getan.

<?php
define('WP_USE_THEMES', false);
header('Content-Type: text/html; charset=utf-8');
if (count($_GET)>0) $postdata_array=unserialize(array_shift($_GET));
if (count($_POST)>0) $postdata_array=unserialize(array_shift($_POST));

require('../wp-load.php');

if ($postdata_array['function']=='wp_insert_post') {
	print wp_insert_post($postdata_array['wp_post_array']);
}
exit();

Wir müssen nun die Verbindung unseres Servers zu WordPress herstellen. Das passiert ganz einfach durch die Zeile:

require('../wp-load.php');

Die Datei „wp-load.php“ die sich im Hauptverzeichnis des Blogs befindet, stellt automatisch alle Daten und Komponenten zur Verfügung, die wir für den Umgang mit WordPress benötigen.

Die Zeile:

define('WP_USE_THEMES', false);

Sorgt noch dafür, dass wir keine Komponenten laden, die lediglich für das Frontend des Blogs benötigt werden.

Der Rest dürfte sich von selbst erklären. Interessant ist Zeile 10, in der der eigentliche Befehl zum Anlegen ausgeführt wird und als Ergebnis die ID des neuen Artikels (WordPress-Jargon: Post) an den Client zurückgegeben wird. Diese ID ist wichtig und sollte irgendwo auf Seiten des Clients gespeichert werden, denn später werden wir sie benötigen, um Artikel zu korrigieren, zu löschen oder mit anderen Daten anzureichern. Die ID ist immer eindeutig und wird niemals doppelt vergeben.

Rufen wir den Client auf:

http://localhost/client.php

Das Ergebnis gibt uns die ID 4025 zurück.

Und schauen wir mal ins Backend des Blogs.

Voilà – Das ist unser Artikel.

Bis dahin war es noch nicht ganz so schwer. Bisher hatten wir nur die Pflicht, jetzt folgt die Kür. Im nächsten Teil werde ich zeigen, wie man dem Artikel auch ein Bild zuordnet.