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Knieschuss: Wenn der Kobo Touch sich nicht starten lässt.

Weil ich ja in meinem zweiten Leben E-Book-Verleger bin, habe ich mittlerweile ein kleines Arsenal von E-Book-Readern zum Testen zuhause.

Heute kam dann auch der Kobo Touch aus dem Hause Kobobooks hinzu.

Verwöhnt von der Hardware von Apple und Amazon, die out-of-the-box funktioniert, erwartete ich ähnliches vom Kobo Touch – aber ich wurde enttäuscht.

Denn folgendes musste ich heute lernen, nachdem ich mich dann noch ein wenig in einzelnen Foren schlau machen konnte:

  1. Ein Gerät, das am USB-Port nicht erkannt wird, wird nur mit 100 mA geladen
  2. Ein Gerät, das nicht geladen ist, wird nicht erkannt
  3. Daraus folgt, an einem Rechner kann man den Kobo Touch, wenn er ohne geladenen Akku ausgeliefert wird, überhaupt nicht betreiben, da er nicht genug Ladung bekommt

Was ist die Lösung: Direkt an die Steckdose anschließen, dann geht’s.

Nur leider findet man in der Packung lediglich ein einfaches USB-Kabel und in der Schnellstartanleitung NULL Hinweise zu dem Problem.

Fail… nicht epic, aber fast

 

Digitale Gratisbücher sind ein Übel

Der deutsche Amazon-Kindle-Shop ist vollgestopft mit schlechten, SEHR schlechten Gratis-Angeboten.

Da ich schonmal dazu neige, einige schlecht erstellte digitale Bücher im Kindle-Shop von Amazon auch als schlecht zu bewerten, erreichte mich neulich diese Reaktion eines Lesers bezüglich einer negativen Kritik meinerseits über ein Gratis-Kindle-Buch bei Amazon.

Sehr geehrter Herr Schulze,

Aufmerksam bin ich auf sie durch ihre Rezensionen bezüglich der kostenfreien Buchklassiker auf Amazon gestoßen.

Selbstverständlich ist ihre Kritik berechtigt, dennoch empfinde ich ihre dazugehörige 1Stern-Bewertung als nicht richtig. Somit ignorieren sie nicht nur komplett den Inhalt dieses Buches und die Leistung des Autors, sondern halten die Leser bei den meisten klassischen Kindlebüchern (bei denen es selten viele Rezensionen gibt) durch schwache Bewertung auch von teils meisterhaften Literaturwerken fern. Nicht wenige User würden niemals Geld für solche Werke bezahlen, und durch solche Bewertung werden viele eventuell sogar nicht für lau zu so einem Werk greifen.

Schade, wenn wegen fehlender Fußzeilen Kultur verloren geht.

Ich wollte ihnen einfach meine Meinung dazu sagen. Über Ihre Meinung würde ich mich durchaus freuen.

MfG

XY

Die ist meine Antwort:

Guten Tag,

Ihre Ansicht mag auf den ersten Blick richtig sein. Zusammengefasst: »Geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul.«

Aber, dieser Gaul stinkt nicht nur aus dem Maul, er ist kurz vor dem Exitus, muss bald kostspielig entsorgt werden, verdoppelt die Suchkosten für einen Nachfolger und hat auch andere Gäule in der Herde angesteckt.

Ich will ihnen das erläutern.

1. Dieser »Anbieter« hat ca. 1300 Bücher auf diese Art eingestellt. Alle automatisiert und ohne Kontrolle.

2. Grundlage waren nicht seine Arbeit sondern ausschließlich Kopien aus Open Source Quellen. Auch wenn es erlaubt ist.

3. Diese »Bücher« nutzen nicht die Vorteile des Kindle, keine Fußnoten, keine Links, kein Inhaltsverzeichnis, keine Bilder. Sie sind also schlechter als gedruckte Bücher.

Diese Punkte führen dazu, dass

a) Es keine Alternativanbieter gibt. Denn die können ein besseres Produkt ja nicht einmal mehr für 99 Cent loswerden, denn er Deutsche hat es halt erstmal immer gerne billig, leider. Es werden also Existenzgründungen, die der deutsche Buchmarkt so dringend benötigt verhindert.

b) Enttäuschte Nutzer zurückbleiben, was den digitalen Buchmarkt mit Sicherheit nicht fördern wird.

Was nützt es mir als Leser – so wie mir passiert -, wenn ich etwas für 0 Cent erwerbe, aber dann einfach mitten im Text etwas fehlt? Woher bekomme ich jetzt die vollständige Version? Alternativen sind ja kaputt gemacht worden.

Amazon sollte schleunigst die Gratis-Angebote streichen. Verluste dürften keine aufkommen, denn schließlich kam es ja nie zu Umsätzen.

Somit sind wir wieder am Anfang. Das digitale Buch kommt in Deutschland nicht aus dem Quark. Wo in den USA bereits digital mehr Bücher verkauft werden als gedruckte.

Gruß

Jürgen Schulze